Rückbau der Stauanlage "Klus" und Gewässerentwicklung der Bröl in Waldbröl

Waldbröl – Nachdem das Areal des ehemaligen Campingplatzes „Klus“ für die anschließende gewässerökologische Aufwertung des Brölbaches freigeräumt wurde, wird zurzeit die eigentliche Baumaßnahme umgesetzt.

Der Aggerverband hat in den letzten Monaten die rd. drei Hektar große Fläche für die anstehende gewässerökologische Aufwertung des Brölbaches vorbereitet. Nicht standortgerechter Bewuchs sowie Pflanzungen im geplanten Trassenbereich des neuen Bröllaufes wurden genauso entfernt, wie die Bauruinen des ehemaligen Campingplatzes.

Die bereits im Jahr 2000 in Kraft getretene Wasserrahmenrichtlinie sieht vor, dass unsere Gewässer nachhaltig in den guten ökologischen Zustand zu versetzen sind. Besondere Aufmerksamkeit genießt in diesem Punkt die Bröl und der Waldbrölbach mit ihren Nebengewässern, da das Land NRW große Teile der Bäche als sogenannte Zielartengewässer für Lachs und Aal ausgewiesen haben. Zukünftig sollen sich diese Bewohner der Fließgewässer zahlreich in unserer Region tummeln. Ein wichtiger Baustein zur Erreichung dieses Anspruches ist die Schaffung der Durchgängigkeit der Gewässerabschnitte durch Rückbau von Wehranlagen und anderen störenden Querbauwerken. Zwar schwimmt der Lachs nicht gleich bis zur „Klus“, sehr wohl gehören aber auch Bachforelle, Koppe und Bachneunauge zu einem ökologisch gesunden Gewässersystem.

Im Bereich der Stauanlage „Klus“ soll vorrangig das Absperrbauwerk zum Aufstau der Bröl durchgängig gestaltet und im Anschluss eine rund 600 m lange und bis zu 50 m breite Gewässerlandschaft entwickelt werden. Die sehr steile Rampe des Absperrbauwerkes verhindert zurzeit eine Durchwanderbarkeit von Fischen und Kleinstlebewesen.

Die Planungsabsichten sehen zudem den Verbleib einer Restwasserfläche vor. Diese muldenförmige Sekundäraue wird bei ausreichendem Wasserstand über die Bröl gespeist. Somit soll zukünftig das Naturerlebnis Gewässerlandschaft durch die Erlebbarkeit einer Wasserfläche abgerundet werden. Diese Überlegungen stellten der Aggerverband und die Interessengemeinschaft Klus gemeinsam an, nachdem klar wurde, dass die Teichanlage finanziell und auch gewässerökologisch nicht zu retten sei. Die Kosten für die aufwändige Sanierung des Dammkörpers inklusive Absperrbauwerk konnte die Stadt Waldbröl nicht schultern.

Die Gesamtkosten werden vom Aggerverband mit 2,5 Millionen Euro beziffert, wovon das Land Nordrhein-Westfalen knapp zwei Millionen Euro übernimmt. Mit Übergabe des Bewilligungsbescheides von Seiten der Regierungspräsidentin der Bezirksregierung Köln, Frau Gisela Walsken, fällt nun der Startschuss zur Umsetzung der Maßnahme.

Im September 2018 wurde die Abfischung der Teichanlage durchgeführt. Die Tiere wurden artgerecht in andere Gewässer umgesiedelt.

Voraussichtlich im Jahr 2019 sollen die Arbeiten an den Gewässern abgeschlossen sein. Neben der Bröl profitieren noch zwei weitere, kleinere Gewässerzuläufe von der Gewässerentwicklungsmaßnahme. Da auch an der Straße „Niederhof“ gearbeitet werden muss, ist eine zeitweise Sperrung für Autos unumgänglich. Fußgänger, Radfahrer und sogar Motorradfahrer sollen die Baustelle aber über eine Behelfsbrücke passieren können. So ist es mit dem Betreiber der Wirtschaft „Zur Klus“ abgesprochen.

Was nach den Baumaßnahmen auf dem restlichen Gelände passiert, das der Stadt Waldbröl gehört, steht noch nicht fest.