- Pressemitteilung
Spatenstich Renaturierungsmaßnahme des Aggerlaufs in Lohmar - Peisel
Foto: Aggerverband. V.l.n.r.: Herr Dr. Kufeld-Fa. Nacken, Herr Becker-Rat Stadt Lohmar, Frau Leuchtenberg-Projektleiterin Aggerverband, Herr Schmitz-Bürgermeister Stadt Lohmar, Herr Dr. Moshage Vorstand Aggerverband, Herr Trimborn Rat Stadt Lohmar, Herr Krämer-Bauleiter Fa. Gebr. Schmidt
Lohmar. Bei strahlendem Wetter hat der Vorstand des Aggerverbandes, Dr. Uwe Moshage, zusammen mit zahlreichen Gästen, u. a. Bürgermeister Matthias Schmitz, Stadt Lohmar, die Gewässerentwicklungsmaßnahme in Lohmar-Peisel an der Agger mit einem Spatenstich eröffnet.
Überblick
Die Gewässerentwicklungsmaßnahme an der Agger in Lohmar-Peisel ist ein bedeutendes Projekt zur ökologischen Aufwertung und Renaturierung des Flussabschnitts gemäß europäischer Wasserrahmenrichtlinie. Ziel ist es, die natürliche Struktur und Dynamik des Gewässers wiederherzustellen, die Biodiversität zu fördern und den Hochwasserschutz zu verbessern. Vor dem Hintergrund des sich wandelnden Klimas sind Gewässerentwicklungsmaßnahmen ebenfalls wichtige Bausteine zum Erhalt der Wasserqualität.
Hintergrund
- Die Agger ist ein wichtiger Fluss in der Region mit hoher ökologischer und gesellschaftlicher Bedeutung (wichtiges Lachslaichgewässer in NRW).
- In der Vergangenheit wurde der Flussabschnitt durch Begradigungen und Uferbefestigungen stark verändert.
- Diese Veränderungen führten zu einem Verlust von Lebensräumen für viele Tier- und Pflanzenarten sowie zu einer verminderten Selbstreinigungskraft des Gewässers.
- Zusätzlich führte die Tieferlegung der Aue zu einer lokal veränderten Abflussdynamik bei Hochwasser.
- Die Renaturierung trägt zur Erfüllung der Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bei.
Ziele der Maßnahme
- Renaturierung des Flusslaufs: Wiederherstellung von Flussschleifen und naturnahen Strukturen
- Verbesserung der Gewässerökologie: Förderung von Lebensräumen vor allem für aquatische und amphibische Tiere und Pflanzen
- Hochwasserschutz: Schaffung von Überflutungsflächen zur Entlastung der Ortschaften bei Starkregen
- Erhöhung der Wasserqualität: Verbesserung der Selbstreinigung und Verringerung von Schadstoffbelastungen
- Erholung und Naherholung: Schaffung attraktiver Naturerlebnisräume für die Bevölkerung (Info-Point, Zugang zur Agger am CP Jansen)
- Daneben gibt es Synergieeffekte für die Schutzgüter des FFH-Gebietes Agger
Maßnahmen im Detail
- Entfernung von Ufer- und Sohlbefestigungen
- Aufweitung des Gewässerlaufes
- Anlage eines strukturreichen Gewässerlaufes z. B. mit Flachwasserzonen und Kiesbänken als Lebensraum für Wasserorganismen
- Pflanzung standortgerechter Ufervegetation auch zur Beschattung des Gewässerlaufs (Klimawandel)
- Schaffung von Überschwemmungsflächen durch Absenkung der Aue, die auch dem natürlichen Rückhalt von Hochwasser dient
Zeitplan
- Beginn der Planungsphase: 2012
- Baubeginn: Februar 2026
- Geplante Fertigstellung: Ende 2026
Eckpunkte
- Länge des Gewässerabschnittes: ca. 350 m
- Verbreiterung des Gewässerlaufes von ca. 17 m auf bis zu 45 m
- Bodenabtrag: ca. 30.000 m³
- Rückgewonnenen Auenfläche: ca. 17.000 m²
- Neugewonnenes Rückhaltevolumen: ca. 10.000 m³
- Absenkung des Wasserstandes bei einem mittleren Wasserstand ca. 6 cm (lokal)
- Absenkung des Wasserstandes bei einem 100 jährlichen Hochwasser um ca. 27 cm (lokal)
- Baukosten gemäß Fördermittelantrag: ca. 2,4 Mio. €
- Gewährte Fördermittel des Landes NRW: 2,233 Mio. €
