Die Aggertalsperre: Staumauer aus der Vogelperspektive.
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Versammlung des Aggerverbands erstmals mit Dr. Uwe Moshage als neuem Vorstand – Arbeit seines Vorgängers wird fortgeführt – Beitragserhöhungen beschlossen.

(Fotos & Text: Lars Weber - Der neue Chef des Aggerverbands Dr. Uwe Moshage schaute bei der Versammlung auf die anstehenden Projekte)

Gummersbach. Vor fünf Wochen wurde Dr. Uwe Moshage zum neuen Chef des Aggerverbands gewählt, gestern hat er nun in dieser Position seine erste Verbandsversammlung in der Halle 32 in Gummersbach bestreiten dürfen. Der Nachfolger von Prof. Lothar Scheuer zeigte sich in der Rolle direkt routiniert. Die Verbandsversammlung ist kein Neuland für ihn. Fünf Jahre lang leitete er vor seiner Wahl zum Aggerverbands-Vorstand mit der Abteilung Abwasser den umsatzstärksten und personalintensivsten Bereich des Aggerverbands. Dr. Moshage machte dort weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hatte, und berichtete von den nächsten Investitionen und Plänen. Einstimmig beschlossen hat die Versammlung den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr, der einige Beitragserhöhungen vorsieht.

Bevor der stellvertretende Vorstand Thorsten Falk aber die nackten Zahlen präsentierte, ging Dr. Moshage nach einem kurzem Jahresrückblick (die ausführliche Version gibt es hier) auf die Pläne für die kommenden Jahre ein. Immerhin sieht der Wirtschaftsplan vor Abzug von Zuwendungen Investitionen von rund 43 Millionen Euro vor. Seit dem Beschluss im Jahr 2018 des Masterplans Kläranlagen zur Reduzierung der Anzahl dieser Einrichtungen ist dieser Dauergast im Investitionsplan. Als nächstes sollen nun die Kläranlagen Weiershagen und Brunohl auf dem Standort der Kläranlage Weiershagen zusammengeführt werden. Dies hat die Versammlung bei einer Enthaltung einstimmig beschlossen. Damit ist der ursprüngliche Plan, Brunohl, Weiershagen und Ründeroth am letzteren Standort zusammenzuziehen hinfällig. Die Investitionen und die Betriebskosten dafür wären einfach zu hoch gewesen. Bei der nun beschlossenen Vorgehensweise wird die Anlage in Ründeroth weiter separat betrieben.

Bei der Vorstellung einiger Projekte aus der Sechsjahresübersicht, die einstimmig aufgestellt wurde, erwarteten Dr. Moshage auch einige alte Bekannte, die schon Prof. Scheuer beschäftigten. Zum Beispiel die Fischtreppe an der Stauanlage in Osberghausen (OA berichtete). Nach langer Wartezeit hat der Verband nun das grüne Licht für das Projekt von der Bezirksregierung bekommen. Der Bau soll laut Dr. Moshage nächstes starten und bestenfalls auch 2023 abgeschlossen werden. Neben der Fischtreppe für 1,1 Millionen Euro solle auch der Damm ertüchtigt werden (463.000 Euro), um die Hochwassersituation vor Ort zu verbessern. Die Maßnahme wird teils mit Fördermitteln finanziert, den Rest übernimmt der Betreiber der Stauanlage. Das Projekt nahm Paul Kröfges, Vertreter der Naturschutzverbände in der Aggerverbandsversammlung, zum Anlass, um zum wiederholten Male die Wirkung der Fischtreppe anzuzweifeln. „Am besten, man spart sich das.“ Er forderte erneut eine frei fließende Agger.

Verbandsversammlung des Aggerverbandes in der Halle 32 - Foto: Lars Weber

Bereits im September begonnen wurde der Umbau der Kläranlage in Bickenbach. Die umfassende Erneuerung wird insgesamt rund 6,8 Millionen Euro kosten und soll im Sommer 2024 fertiggestellt sein. Sehr kostenintensiv wird auf Sicht auch die Erneuerung der Blockheizkraftwerke an den Kläranlagen, die in die Jahre gekommen seien. 18 von ihnen finden sich in dem Plan wieder. Sie müssen künftig auch mit einer Gasaufbereitung versehen sein.

Weitere Projekte sind unter anderem der Bau von Retentionsbodenfiltern an Zielartengewässern (zum Beispiel in Homburg Bröl und im Eckenbacher Tal, beides Nümbrecht, Förderanträge sind eingereicht), die bessere Dämmung von Hochbehältern und die Prüfung von weiteren Projekten zur Gewinnung regenerativer Energie. Nicht nur weitere PV-Anlagen auf festem Grund seien dabei Thema, sondern auch sogenannte Floating Solar Panels, die auf dem Wasser treiben. Gegebenenfalls würde sich da die Wiehltalsperre anbieten, allerdings müssten die technischen und umweltschutzrechtlichen Voraussetzungen stimmen. Zudem müsse man in Zukunft auch über Windkraft nachdenken.

Das Gesamtbudget des Erfolgsplans liegt bei 73,2 Millionen Euro (2,1 Prozent höher als im Vorjahr). Insgesamt erwartet Thorsten Falk ein gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhtes Defizit von 1,9 Millionen Euro. Die Steigerungen des Personalaufwands werden dieses Mal nicht von Minderungen bei der Abschreibung oder des Zinsaufwands entlastet.  Die Entlastung aus dem Wegfall der EEG-Umlage um etwa eine Million Euro aber fängt diverse Preissteigerungen beim Bezug der Roh-Hilfs- und Betriebsstoffe auf. Noch keine Rolle spielen die explodierenden Strompreise: Der Aggerverband hatte für dieses und das nächste Jahr den Strom zu fixierten Tranchenpreisen eingekauft. Ab 2024 jedoch werde es bei dem Thema spannend. Die Stromkosten gehören neben den noch unklaren neuen Tarifabschlüssen im öffentlichen Dienst (gefordert werden 10,5 Prozent mehr Lohn) zu den großen Risiken der Finanzplanung, so Falk.

Vorgeschlagen und bewilligt wurde die Erhöhung der Hebesätze für die Beitragsgruppen der Leistungsbereiche Fließgewässer und Trinkwasser. Hierdurch sollen in den folgenden Jahren der jeweilige Verlustvortrag sukzessive ausgeglichen werden. Erhöht wird der Trinkwasser-Beitrag (2023 um 2 Cent pro Kubikmeter, in den drei Folgejahren um jeweils 4 Cent), der Gewässerunterhaltungsbeitrag (2023 um 41,9 Euro pro Anteil, in den drei Folgejahren um jeweils 42 Euro) und der Beitrag für Ausgleichspflichtige und Anlageneigentümer (2023 um 1,59 Euro pro Anteil, 2024 um 1,60 Euro und in den beiden Folgejahren um jeweils 1,5 Euro).

(von Lars Weber - Oberberg-Aktuell)

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